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we bless you

„Möge Gott dir gesunden Menschenverstand geben.“

Beim Betreten eines Ausstellungsraumes verläst jeder Besucher die Alltagswelt und tritt in einem eigenen Raum ein, in dem er, um der Kunst im vollen Ausmaße begegnen zu können, eben so eine Veränderung durchlaufen müsste. Bringt der Betrachter seine Alltagsgedanken und Probleme mit in die Ausstellung, so bleibt die Begegnung mit der Kunst oberflächlich und belanglos. Man wird sich eher über die neuen Schuhmoden unterhalten, als die Wirkung der Kunst zu genießen. Es erscheint und deshalb wichtig, die Besucher beim Betreten der Ausstellung mit Hilfe einer Segnung von ihrem Alltag zu reinigen.

Das Segnen gilt in vielen Kulturen als lebensfördernde Kraft und symbolische Reinigung zugleich und wird in vielen Übergangsriten verwendet um den Inizianten von seinem früheren Zustand zu befreien und ihm so den Zugang zu seinem neuen Zustand zu ermöglichen. Um unseren Segnungen mehr Kraft zu verleihen, haben wir uns von der Universal Life Church zu Priesterinnen weihen lassen. Diese nicht-konfessionelle Kirche wurde 1959 in Modesto (California) gegründet und agiert weltweit per Internet.

Wir sprechen abwechselnd über zwei Monitore, die auf Augenhöhe zu beiden Seiten des Eingangs des Austellungsortes platziert sind, Segnungen aus. Wenn die Besucher die Ausstellung betreten, so geht der Segen auf sie über, wird der Raum aber grade nicht betreten, so segnen wir uns letztendlich  gegenseitig.

In diesem Projekt interessiert uns neben dem oberflächlichen Kunstkonsum bei Vernissagen vor allem das ambivalente Verhältnis des medialen Menschen (homo digitalis) zum religiösen und mystischen. Laut Durkheim haben Rituale einen gruppenbindenden und gruppenbestätigenden Charakter. Aber können sie heute noch diese gemeinschaftsbildende Funktion wirklich erfüllen, wenn Priester über das Internet geweiht werden können und man nicht mehr in eine Kirche gehen muss, um einen Segen zu empfangen?

Gemeinschaftsprojekt mit Johanna Aigner

 

“May God grant you common sense.”

Stepping into a gallery the visitor leaves behind the daily grind and enters a very special space. In order to appreciate the art he encounters, he would need to experience a personal transformation as well. The encounter with art remains superficial and insignificant if the visitor does not shed his every day thoughts and rids himself of his problems. Instead of enjoying the effects of art, the viewer will focus on conversations about mundane topics. Therefore it seems important to ‘cleanse’ the visitor from his day-to-day preoccupations with the help of blessings, when he enters an exhibition.

In many cultures blessings fulfill the purpose of giving life-sustaining force and symbolic cleansing. They are used in many rites of passage in order to free the inductee from his former state and to allow him to access the new state. In order to make the blessings more effective, we were ordained as ministers of the Universal Life Church, a nondenominational church founded in 1959 in Modesto (California), which operates world-wide via the internet.
We pronounce our blessings alternating between two monitors that are placed at eye-level at the entrance of the exhibit. When visitors enter the exhibit they are blessed, if nobody enters the room we bless each other.

In this project we focus on the superficial ‘consumption’ of art at the opening party of an exhibit as well as the ambivalent relationship of ‘homo digitalis’ to his religious and mythical counterpart. According to Durkheim rituals have the function of promoting group cohesion and group confirmation. Can rituals still fulfill these functions when priests are ordained via the internet and one does not have to attend a church in order to receive a blessing?

 

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